Mitarbeitende

Die Kultur, die wir pflegen, ist behandlungsrelevant

Über 190 Mitarbeitende in der Klinik in Kirchlindach und in den Ambulatorien in Bern, Biel/Bienne und Burgdorf setzen sich tagtäglich dafür ein, dass Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung eine exzellente Versorgung erhalten. Was dazugehört, damit dies gelingt, erfahren wir von Fabienne Jeitziner, der neuen Leiterin Pflege & Fachtherapien. Sophia Krüger, Ärztin in Weiterbildung erzählt, warum es für junge Ärzt*innen attraktiv ist, für die Klinik Südhang zu arbeiten.

«Es ist mir wichtig, dass wir den Patient*innen eine professionelle und sichere Versorgung bieten - und zwar rund um die Uhr.»

– Fabienne Jeitziner

«Mich haben schon immer die Geschichten und Gründe interessiert, weshalb ein Mensch an einer Abhängigkeit erkrankt»

Seit Mitte Oktober 2025 ist Fabienne Jeitziner als Leiterin Pflege und Fachtherapien und Mitglied der Geschäftsleitung in der Klinik Südhang tätig. In einem offenen Gespräch erzählt sie, wie sie die ersten Monate erlebt hat, wo sie Handlungsbedarf sieht und was ihr an der Klinik Südhang besonders positiv aufgefallen ist.

Fabienne Jeitziner, was hat dich zum Wechsel an die Klinik Südhang bewogen?

Es waren vor allem zwei Aspekte. Erstens sah ich den Sprung in die Geschäftsleitung als Chance für meine persönliche berufliche Weiterentwicklung. Einen grossen Bereich zu leiten, der so heterogen zusammengesetzt ist – von der Pflege über die Fachtherapien bis zur Sozialarbeit und Arbeitsintegration – hat mich sehr gereizt. Gerade auch, weil ich die interprofessionelle Zusammenarbeit als so zentral erachte für eine patientenzentrierte Behandlung.

Und der zweite Aspekt?

Dass es sich um den Suchtbereich handelt. Ich hatte bereits am Anfang meines beruflichen Werdegangs im somatischen Bereich mit Patient*innen mit komplexen Suchterkrankungen zu tun. Diese Erfahrungen haben mein Interesse geweckt. Gleichzeitig hatte ich jedoch oft das Gefühl, dass wir den Patient*innen mit einer rein somatischen Behandlung nicht wirklich gerecht wurden. Schon damals haben mich die individuellen Geschichten und Hintergründe beschäftigt, die dazu führen, dass ein Mensch eine Abhängigkeit entwickelt. Genau dieser Aspekt steht für mich heute im Vordergrund.

Wie hast du die ersten Monate im Südhang erlebt?

Am Anfang war ich stark gefordert. In der Geschäftsleitung mitzuwirken war neu für mich und die Leitung eines heterogenen Bereichs bringt doch einige Herausforderungen mit sich. Als langjährige Mitarbeiterin eines grossen Universitätsspitals war ich mir zudem klare Strukturen und Leitplanken gewohnt. Hier ist nicht alles so strikt geregelt. Trotzdem funktioniert der Klinikalltag grundsätzlich gut, weil alle so eng zusammenarbeiten. Das hat mich beeindruckt und begeistert mich noch heute. Der Südhang ist ein besonderer Arbeitsort. Nicht nur wegen der schönen Umgebung, sondern auch wegen des Umgangs miteinander – im Team und mit den Patient*innen. Das ist auffallend positiv.

Wo siehst du Handlungsbedarf?

Der Fokus liegt für mich aktuell auf der Weiterentwicklung der Pflege. Mir ist wichtig, dass wir unseren Patient*innen eine durchgehend professionelle und sichere Versorgung bieten können. Dazu gehören klar strukturierte Prozesse sowie niederschwellige und gut zugängliche Angebote. Ab Juni 2026 werden wir deshalb die pflegerische Präsenz in den Wohn- und Betreuungsbereichen weiter ausbauen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist, die pflegerische Perspektive noch stärker in den interdisziplinären Behandlungsprozess einzubringen. Pflegefachpersonen leisten einen zentralen Beitrag zur Einschätzung und Begleitung unserer Patient*innen. Dieses Potenzial möchte ich gezielt stärken.

Und was steht in den anderen Fachbereichen an?

Ich sehe Entwicklungsmöglichkeiten in der Gestaltung der Behandlungsabläufe von Eintritt bis Austritt sowie in der Therapieplanung. Auch im Bereich der beruflichen Reintegration möchten wir unser Angebot weiterentwickeln, um Patient*innen nach einer erfolgreichen Therapie bestmöglich beim schrittweisen Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag zu unterstützen.

Die Klinik Südhang legt grossen Wert auf Patientenzentrierung und eine hohe Behandlungsqualität. Was bedeuten diese Werte für dich?

Das gehört für mich zusammen. Qualität findet statt, wenn die Patient*innen und ihre Bedürfnisse im Fokus stehen. Wenn wir unsere Angebote konsequent nach ihnen ausrichten, schaffen wir gute Qualität. Zur Qualität gehört aber auch kontinuierliches Lernen – vom Umfeld, aber auch von den neusten Erkenntnissen der Forschung. Patientenzentrierung setzt für mich zudem interprofessionelle Zusammenarbeit voraus. Man muss als gesamtes Behandlungsteam stets den Patienten oder die Patientin und seine, resp. ihre Bedürfnisse ins Zentrum stellen – da sind wir im Südhang mit unseren interprofessionellen Teams entsprechend gut aufgestellt.

«Die Kombination aus suchtpsychiatrischer Expertise und intensivem psychotherapeutischem Arbeiten erlebe ich für meine Entwicklung als ausgesprochen bereichernd.»

– Sophia Krüger

«Als Ärztin in Weiterbildung fühle ich mich jederzeit fachlich und zwischenmenschlich getragen»

Die Klinik Südhang ist eine zertifizierte Weiterbildungsstätte des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF und der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin SSAM. Sie unterstützt Assistenzärzt*innen grosszügig und umfassend auf vielen Ebenen in ihrer Weiterbildung. Wie das im Alltag aussieht, erzählt Sophia Krüger, seit Frühling 2025 als Ärztin in Weiterbildung im Südhang tätig.

In drei Sätzen: Warum soll ich meine Assistenzzeit in der Klinik Südhang absolvieren?

Die Klinik Südhang bietet eine aussergewöhnlich wertschätzende, familiäre Arbeitsatmosphäre, in der wir Ärzt*innen in Weiterbildung uns sowohl fachlich als auch persönlich entwickeln dürfen. Der psychotherapeutische Schwerpunkt ermöglicht es, mit unseren Patient*nnen tiefgehende und nachhaltige Veränderungsprozesse zu gestalten. Zudem schafft die Struktur mit Pikettdiensten und einer 42-Stunden-Woche eine sehr gute Balance zwischen Beruf und Privatleben.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Ich schätze die fruchtbare interprofessionelle Zusammenarbeit im Team – wir begegnen einander auf Augenhöhe und mit grosser Offenheit und Wohlwollen. Die Kombination aus suchtpsychiatrischer Expertise und intensivem psychotherapeutischem Arbeiten erlebe ich für meine Entwicklung als ausgesprochen bereichernd. Zudem werden wir in die konzeptionelle Weiterentwicklung des vielfältigen modularen Therapieprogramms eingebunden. Dabei fühle ich mich von meinen vorgesetzten Personen individuell gesehen und unterstützt.

Wie sieht dein Aufgabengebiet konkret aus?

Einerseits führen wir die tägliche Visite bei jenen Patient*innen durch, die sich in der Entzugsphase befinden, hierbei liegt der Schwerpunkt in psychiatrisch-ärztlichen Aspekten. Andererseits behandeln wir Patient*innen auch fallführend, wobei die psychotherapeutische Arbeit im Einzel- und Gruppensetting zentral ist, ergänzt durch eine differenzierte pharmakologische Behandlung. Im Rahmen von regelmässigen psychotherapeutischen und psychiatrischen Supervisionen reflektieren wir unser therapeutisches Handeln kontinuierlich und entwickeln sowohl unsere fachlichen als auch persönlichen Kompetenzen gezielt weiter.

Wie ist die Zusammenarbeit im Team?

Die Zusammenarbeit gestaltet sich ausgesprochen eng, respektvoll und unterstützend. Pflegefachpersonen, Psycholog*innen, Sozialarbeitende, Fachtherapeut*innen, Ärzt*innen und viele weitere Berufsgruppen stehen dabei in regem Austausch. Ich erlebe das Arbeiten hier als sehr integrativ und schätze den ganzheitlichen Blick, den wir damit auf unsere Patient*innen gewinnen. Gerade als Ärztin in Weiterbildung fühle ich mich so jederzeit fachlich und zwischenmenschlich getragen.

Für wen ist eine Stelle als Assistenzarzt/ärztin in der Klinik Südhang geeignet?

Für Ärzt*innen, die sich intrinsisch und mit einer gewissen Passion für Psychiatrie, Psychotherapie und insbesondere für die Suchtmedizin interessieren sowie Freude an intensiver therapeutischer Arbeit mitbringen. Wer Wert auf ein unterstützendes Team, flache Hierarchien und persönliche Entwicklung legt, ist hier genau richtig. Auch für Kolleg*innen, die eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben suchen, ist die Struktur sehr attraktiv.

Was sollte ein*e interessierte*r Arzt/Ärztin mitbringen?

Offenheit gegenüber psychotherapeutischem Arbeiten und die Bereitschaft, sich auf persönliche Entwicklungsprozesse einzulassen. Ebenso halte ich Offenheit für psychotherapeutische Selbsterfahrung und Reflexionsbereitschaft für essenziell, weil sie die eigene therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung nachhaltig prägen. Interesse an komplexen biopsychosozialen Zusammenhängen sowie Freude an interprofessioneller Zusammenarbeit sind zentral. Und nicht zuletzt menschliche Wärme – Beziehung ist und bleibt der zentrale Wirkfaktor, und das sowohl im Kontakt mit den Kolleg*innen als auch mit den Patient*innen.

Langjährige und neue Mitarbeitende prägen eine wertschätzende Betriebskultur

Die Klinik Südhang legt grossen Wert auf eine wertschätzende Grundhaltung. Man begegnet sich auf Augenhöhe - sowohl unter den Mitarbeitenden, als auch im Umgang mit den Patient*innen. Das ausgeprägte Teamverständnis ist einzigartig und trägt gleichzeitig zu einer hohen Behandlungsqualität bei. Diese Betriebskultur wird schon lange so gelebt und ist auch heute spürbar, wie die Aussagen von langjährigen und neuen Mitarbeitenden zeigen.

«Auch nach all den Jahren macht mir die Arbeit immer noch sehr viel Freude. Die Kolleg*innen sind zuvorkommend und hilfsbereit. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und auch der Spass kommt nicht zu kurz.»

– Susanna Ledermann, Köchin, seit 33 Jahren im Südhang tätig

«Ich schätze die vielseitigen Aufgaben und den Teamgeist. Die Entwicklung zeigt, dass der psychiatrische und somatische Zustand unserer Patient*innen über die Jahre immer komplexer wurde. Das ist spannend und herausfordernd.»

– Urs Klopfenstein, Teamleiter Pflege, seit 27 im Südhang tätig

«Mein Tätigkeitsfeld ist abwechslungsreich, herausfordernd und alles andere als monoton. Die Betriebskultur und der Umgang miteinander sind aussergewöhnlich. Die Klinik hat sich immer wieder gewandelt, verändert, entwickelt.»

– Hannes Vogel, Küchenchef, seit 27 Jahren im Südhang tätig

«Die Klinik Südhang ist eine faire und menschliche Arbeitgeberin. Ich konnte mich stets weiterentwickeln, wurde gefördert und durfte in verschiedenen Bereichen arbeiten. Zudem konnte ich mein Pensum flexibel an die jeweilige Lebenssituation anpassen.»

– Sibylle Hügli, Mitarbeiterin Empfang, seit 27 Jahren im Südhang tätig

«Die Suche nach einer sinnstiftenden Arbeit und die familiäre Grösse haben mich zur Klinik Südhang geführt. Es ist ein sehr schöner Ort, man kennt praktisch alle Mitarbeitenden und aufgrund des kleinen Teams ist mein Aufgabengebiet sehr breit.»

– Julia Vogt, HR-Fachfrau, seit März 2026 im Südhang

«Mich hat die Suchtmedizin schon immer fasziniert und das ganzheitliche, evidenzbasierte Behandlungskonzept überzeugte mich. In den ersten Wochen besonders aufgefallen sind mir das engagierte Team, die offene, wertschätzende und kollegiale Atmosphäre.»

– Vadim-Costin Cărăușu, Assistenzarzt, seit Januar 2026 im Südhang tätig

Die Klinik Südhang ist als Stiftung organisiert. Das strategische Führungsorgan ist der Stiftungsrat, die operative Führung liegt bei der Geschäftsleitung. Per 31.12.2025 arbeiteten 191 Personen an vier Standorten für die Klinik Südhang.

Stiftungsrat

Donatus Hürzeler

Stiftungsratspräsident

Dr. med. Markus Vögelin

Stiftungsrats-Vizepräsident

Lucienne Christen

Stiftungsrätin

Patrick Jacot

Stiftungsrat

Prof. Dr. Marc Walter

Stiftungsrat

Susanne Wyss

Stiftungsrätin

Christoph Zimmerli

Stiftungsrat

Geschäftsleitung

Camilla Brühlmann

Leiterin Finanzen & Controlling

Stefan Gerber

CEO

Fabienne Jeitziner

Leiterin Pflege & Fachtherapien

Dr. med. Alexander Wopfner

Stv. CEO, Chefarzt, Leiter Ärztlich-psychologischer Dienst